Monat: August 2026

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    Wenn du morgen alles vergessen hättest …

    Auf der Fahrt von Cagliari nach Hause, nachdem ich meinen Sohn und meine Schwiegertochter zum Flughafen gebracht hatte, habe ich mir eine Podcastfolge von @ben_ungeskriptet angehört. Am Ende der Folge stellte Ben seinem Gesprächspartner eine Frage, die bei mir sofort hängen blieb: „Wenn du über Nacht unter Amnesie leiden würdest und du hättest die Möglichkeit, dir vorher etwas auf einen Post-it zu schreiben, den du morgens findest. Was würdest du darauf schreiben?“ Ich gebe zu, ich habe danach ein paar Sekunden gar nicht mehr richtig zugehört. Weil mich diese Frage so fasziniert hat. Was würde ich auf diesen Zettel schreiben? Ich musste nicht lange nachdenken. Innerhalb von ein paar Sekunden wusste ich meine Antwort. Es hatte nichts damit zu tun, wer ich bin. Nichts mit…

  • Ich denke an euch

    „Ich denke an euch ❤️“ Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war die Nachricht von C. auf meinem Handy.. Sie schreibt mir jedes Jahr am 14. August. So wie ich ihr jedes Jahr am Todestag ihres Sohnes schreibe. Weil ich an diesem Tag an sie denke. Wir beide wissen, was so ein Datum bedeutet. Auch nach vielen Jahren. Heute vor 26 Jahren ist unser Sohn Julian am Strand von Porto Alabe verunglückt. Er war sieben Jahre alt. Früher hätte ich mir nicht vorstellen können, dass dieser Tag irgendwann einmal fast ein ganz normaler Tag sein würde. Wir stehen auf, trinken Kaffee, ich war einkaufen, danach kurz bei einer Freundin und habe ihrer Tochter zum Geburtstag gratuliert. Hab ein Glas Sekt getrunken, erzählt und gelacht. Ich…

  • Rente mit 67. Und ein paar Gedanken, die mich gerade beschäftigen

    Seit mein Mann vor zwei Jahren mit 66 Jahren in Rente gegangen ist, beschäftigt mich das Thema Rente vermutlich ein bisschen mehr als früher.
    Ich selbst muss regulär bis 67 arbeiten. Und eigentlich finde ich das schon blöd. Wieso denn eigentlich bis 67? Wobei „muss“ vielleicht auch das falsche Wort ist. Vielleicht arbeite ich dann sogar noch. Keine Ahnung. Heute bin ich 60 und kann mir durchaus vorstellen, auch mit 67 noch das eine oder andere zu machen.
    Aber ich hätte schon gerne die Wahl.
    Aber jetzt gerade wird wieder darüber diskutiert, ob wir in Zukunft vielleicht noch länger arbeiten sollen. Ob es nun wirklich 68 wird oder ganz anders kommt, weiß natürlich noch niemand. Aber ich werde hellhörig.

    Friedrich Merz hat vor einer Weile über die Lebensarbeitszeit gesprochen und sinngemäß gesagt: Viel wichtiger, ob man mit 67 oder 68 Jahren in die Rente gehen kann ist die Frage, wie lange hat jemand gearbeitet. Wer mit 16 eine Ausbildung beginnt und dann 45 Jahre am Stück arbeitet, der hat ziemlich viel geschafft. Wer später anfängt zu arbeiten und entsprechend weniger Jahre zusammenbekommt, eben weniger. Und kann dann auch erst später in Rente gehen.

    Hä??? Was heißt denn eigentlich „viel geschafft“?
    Ich habe vier Kinder geboren. Wir haben außerdem ein Pflegekind im Alter von anderthalb Jahren bei uns aufgenommen. Meine Kinder zahlen alle in die Rentenversicherung ein. Ich habe mich als junge Mutter bewusst entschieden zu Hause zu bleiben, war viele Jahre für die Kinder da, habe Haushalt gemacht, gekocht, gewaschen, getröstet, Hausaufgaben begleitet, nachts an Betten gesessen und dazu noch nebenbei gearbeitet, damit das Geld reicht. Nur eben nicht 45 Jahre lang Vollzeit und lückenlos in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

    Und deshalb habe ich weniger geschafft???

    Ja ok, Kindererziehungszeiten werden bei der Rente berücksichtigt. Das ist gut und richtig. Und natürlich bin ich dafür auch dankbar. Trotzdem passt mein Lebenslauf nicht in dieses schöne Modell: Mit 16 anfangen, 45 Jahre durcharbeiten und dann darfst du früher gehen.
    Und ich kenne viele Frauen meiner Generation, bei denen das genauso ist.
    Wir haben Kinder großgezogen. Manche haben Eltern gepflegt. Viele sind jahrelang beruflich kürzergetreten, weil irgendjemand nun einmal zu Hause sein musste. Und häufig waren wir dieser Irgendjemand. Dazu kommt noch das Ehrenamt.
    Das alles war auch Arbeit. Nur stand auf der Abrechnung am Monatsende eine ziemlich überschaubare Summe. Meistens nämlich gar keine.

    Und jetzt wird darüber diskutiert, ob wir vielleicht noch länger arbeiten müssen. Also, ich arbeite gerne ein bisschen länger, aber auf den Rentenanspruch ab 67 verzichten, mhm…..

    Und wenn ich mich jetzt schonmal politisch auslasse, das kommt ja nicht oft vor, aber gerade beschäftigt mich so einiges, dann lass uns doch mal über den Haushalt sprechen. Ich führe übrigens seit vielen Jahren ein Haushaltsbuch.
    Ich bin mit einem ziemlich einfachen Prinzip groß geworden, und genau so habe ich meine Kinder erzogen: Ich kann auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als ich habe.
    Natürlich kann ich einen Kredit aufnehmen. Für ein Haus zum Beispiel. Oder für etwas, das eine Investition in die Zukunft ist. Dann überlege ich aber vorher, ob ich mir das leisten kann und wie ich das Ganze wieder zurückzahle.
    Wenn ich mich dabei völlig verkalkuliere, muss ich die Konsequenzen tragen.
    So funktioniert es bei uns allen.
    Und deshalb verstehe ich zunehmend weniger, warum bei unserem Staat manchmal der Eindruck entsteht, als würden komplett andere Regeln gelten.
    Deutschland nimmt enorme Summen an neuen Schulden auf. Man kann darüber diskutieren, welche davon notwendig sind. Infrastruktur, Verteidigung, Soziales, Bildung und einiges mehr kostet Geld. Alles richtig.
    Aber irgendwann muss doch trotzdem die Frage erlaubt sein: Wer bezahlt das eigentlich alles? Un
    Vielleicht wünsche ich mir inzwischen gar nicht so viel.
    Frieden wäre schön. Freiheit auch. Und Gerechtigkeit. Ein Staat, der vernünftig mit unserem Geld umgeht. Eine Gesellschaft, in der Familienarbeit genauso als Lebensleistung gesehen wird wie 45 Jahre Erwerbsarbeit. Wo Familien gestärkt werden. Wo wir unsere christlichen Werte leben und zeigen können. Und Menschen, die miteinander reden können, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind.
    Okay. Vielleicht ist das doch ziemlich viel. Aber wünschen darf man ja noch.

    hm

  • Seit wann haben wir eigentlich Angst vor Obst?

    Manchmal frage ich mich, wann das eigentlich angefangen hat. Wann haben wir aufgehört, einfach einen Apfel, eine Handvoll Beeren oder ein Stück Melone zu essen, ohne vorher darüber nachzudenken, ob der Fruchtzucker vielleicht unserer Leber schadet oder ob das Obst „zu viele Kohlenhydrate“ hat und wir dann nicht abnehmen. Ganz ehrlich? Ich finde das schade. Natürlich enthält Obst Fruchtzucker. Aber Obst besteht eben nicht nur aus Zucker. Es liefert Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und viele sekundäre Pflanzenstoffe. Die Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass der Zucker viel langsamer aufgenommen wird als bei Süßigkeiten oder Softdrinks. Und klar, wenn du abnehmen möchtest, solltest du das empfohlene Drittel auf deinem Teller eher mit Gemüse füllen. Aber zum Müsli darfst du doch eine normale Portion Obst essen. Immer wieder höre…

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    Nur ein Ausschnitt

    Dienstag war ich mit einer Freundin in Oristano. Die Städte hier, in denen es Einkaufszentren gibt, sind alle mindestens eine Stunde entfernt. I. hatte etwas zu erledigen und mich gefragt, ob ich mitmöchte. Naja, von möchten war keine Rede. Aber da ich gerne Zeit mit I. verbringe und weiß, wie nervig die Fahrt dorthin alleine ist, bin ich mitgefahren. Unabhängig davon gibt es in Oristano einen Lidl. Und da finde ich immer ein paar Kleinigkeiten, die es hier in der Nähe nicht gibt. Oder nur in schlechter Qualität oder völlig überteuert. Wir also nach Oristano. Auf der Strecke gibt es ein süßes kleines Café, in dem es die allerleckersten Törtchen gibt. Da halten wir auf der Rückfahrt immer. Wir trinken einen Cappuccino und gönnen uns jeweils ein…

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    Warum eine Waschanlage mich mutiger gemacht hat

    Ich war in der Waschanlage. Mit unserem California. Alleine. Wer jetzt denkt: „Na und?“, der war vermutlich noch nie mit einem größeren Auto in einer italienischen Waschanlage, wenn er die Sprache nur so halb beherrscht. Unser Cali sieht hier auf Sardinien meistens aus, als hätte er eine Wüstenrallye hinter sich. Ich wasche ihn deshalb oft von Hand. Bei über 30 Grad macht das allerdings ungefähr so viel Spaß wie Fensterputzen im Hochsommer. Also bleibt das Auto dreckig. SEHR dreckig. Und jedes Mal, wenn ich damit fahre, weint mein Herz ein bisschen. Mein Mann fährt hin und wieder in die Waschanlage. Ich bisher nicht. „Was ist, wenn das Auto vielleicht zu breit ist? Muss ich die Spiegel einklappen? Soll ich drin sitzen bleiben? Wo muss ich…