Ich denke an euch

„Ich denke an euch ❤️“

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war die Nachricht von C. auf meinem Handy.. Sie schreibt mir jedes Jahr am 14. August. So wie ich ihr jedes Jahr am Todestag ihres Sohnes schreibe. Weil ich an diesem Tag an sie denke. Wir beide wissen, was so ein Datum bedeutet. Auch nach vielen Jahren.

Heute vor 26 Jahren ist unser Sohn Julian am Strand von Porto Alabe verunglückt. Er war sieben Jahre alt.

Früher hätte ich mir nicht vorstellen können, dass dieser Tag irgendwann einmal fast ein ganz normaler Tag sein würde. Wir stehen auf, trinken Kaffee, ich war einkaufen, danach kurz bei einer Freundin und habe ihrer Tochter zum Geburtstag gratuliert. Hab ein Glas Sekt getrunken, erzählt und gelacht. Ich weine längst nicht mehr den ganzen Tag. Manchmal auch gar nicht.

Und trotzdem ist der 14. August ein besonderer Tag. Weil wir uns erinnern.

Heute Abend ist hier ein Konzert, auf das wir eigentlich gerne gegangen wären. Wir haben uns entschieden, es nicht zu tun. Nicht aus dem Gefühl heraus, heute traurig sein zu müssen, aber es fühlt sich irgendwie nicht richtig an.

Nach Julians Tod wollten wir unser Haus auf Sardinien sofort verkaufen. Nie wieder hierherkommen. Heute bin ich dankbar, dass wir das nicht gemacht haben.

Denn hier sind nicht nur die Erinnerungen an den schlimmsten Tag unseres Lebens. Hier sind auch so viele Erinnerungen an Julian. An unseren kleinen siebenjährigen Jungen, der im Himmel auf uns wartet.

Die Trauer hat sich in 26 Jahren verändert. Die Erinnerung bleibt.

Und wenn Tränen kommen, dürfen sie kommen. Das macht auch nichts. Da braucht auch niemand trösten. Weil auch die dazu gehören. Julian ist schließlich jede Träne wert. ❤️

hm

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    Aber ich hätte schon gerne die Wahl.
    Aber jetzt gerade wird wieder darüber diskutiert, ob wir in Zukunft vielleicht noch länger arbeiten sollen. Ob es nun wirklich 68 wird oder ganz anders kommt, weiß natürlich noch niemand. Aber ich werde hellhörig.

    Friedrich Merz hat vor einer Weile über die Lebensarbeitszeit gesprochen und sinngemäß gesagt: Viel wichtiger, ob man mit 67 oder 68 Jahren in die Rente gehen kann ist die Frage, wie lange hat jemand gearbeitet. Wer mit 16 eine Ausbildung beginnt und dann 45 Jahre am Stück arbeitet, der hat ziemlich viel geschafft. Wer später anfängt zu arbeiten und entsprechend weniger Jahre zusammenbekommt, eben weniger. Und kann dann auch erst später in Rente gehen.

    Hä??? Was heißt denn eigentlich „viel geschafft“?
    Ich habe vier Kinder geboren. Wir haben außerdem ein Pflegekind im Alter von anderthalb Jahren bei uns aufgenommen. Meine Kinder zahlen alle in die Rentenversicherung ein. Ich habe mich als junge Mutter bewusst entschieden zu Hause zu bleiben, war viele Jahre für die Kinder da, habe Haushalt gemacht, gekocht, gewaschen, getröstet, Hausaufgaben begleitet, nachts an Betten gesessen und dazu noch nebenbei gearbeitet, damit das Geld reicht. Nur eben nicht 45 Jahre lang Vollzeit und lückenlos in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

    Und deshalb habe ich weniger geschafft???

    Ja ok, Kindererziehungszeiten werden bei der Rente berücksichtigt. Das ist gut und richtig. Und natürlich bin ich dafür auch dankbar. Trotzdem passt mein Lebenslauf nicht in dieses schöne Modell: Mit 16 anfangen, 45 Jahre durcharbeiten und dann darfst du früher gehen.
    Und ich kenne viele Frauen meiner Generation, bei denen das genauso ist.
    Wir haben Kinder großgezogen. Manche haben Eltern gepflegt. Viele sind jahrelang beruflich kürzergetreten, weil irgendjemand nun einmal zu Hause sein musste. Und häufig waren wir dieser Irgendjemand. Dazu kommt noch das Ehrenamt.
    Das alles war auch Arbeit. Nur stand auf der Abrechnung am Monatsende eine ziemlich überschaubare Summe. Meistens nämlich gar keine.

    Und jetzt wird darüber diskutiert, ob wir vielleicht noch länger arbeiten müssen. Also, ich arbeite gerne ein bisschen länger, aber auf den Rentenanspruch ab 67 verzichten, mhm…..

    Und wenn ich mich jetzt schonmal politisch auslasse, das kommt ja nicht oft vor, aber gerade beschäftigt mich so einiges, dann lass uns doch mal über den Haushalt sprechen. Ich führe übrigens seit vielen Jahren ein Haushaltsbuch.
    Ich bin mit einem ziemlich einfachen Prinzip groß geworden, und genau so habe ich meine Kinder erzogen: Ich kann auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als ich habe.
    Natürlich kann ich einen Kredit aufnehmen. Für ein Haus zum Beispiel. Oder für etwas, das eine Investition in die Zukunft ist. Dann überlege ich aber vorher, ob ich mir das leisten kann und wie ich das Ganze wieder zurückzahle.
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    Okay. Vielleicht ist das doch ziemlich viel. Aber wünschen darf man ja noch.

    hm