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Handgemachtlust

Ich fühle mich gerade ein bisschen zurückversetzt in die Zeit, als die Jungs noch klein waren. Schon damals war das Thema Nachhaltigkeit, Bio, Selfmade meins. Du hast mich ständig an der Nähmaschine gesehen und ich war Stammkundin im Spinnrad. Ich weiß gar nicht, ob es die Läden heute noch gibt…..ok, ich hab gerade nachgeschaut. Online gibt es sie auf jeden Fall noch.

„Hobbythek“ mit Jean Pütz gehörten damals zu meinen Lieblingssendungen. Das war etwas, was ich mit meiner Schwiegermutter gemeinsam hatte. Wir haben Dinge ausprobiert. Seifen hergestellt, Cremes gerührt, Brot gebacken, uns an Käse und Joghurt versucht, Gemüse eingelegt und Klamotten genäht. Ich dann irgendwann noch Patchwork. Ich hab gestrickt, gebastelt und hatte sogar einen eigenen Gemüsegarten. Ja ich weiß, du kannst es gerade nicht glauben….

Sehr selten war ich mit meinen Kindern beim Kinderarzt. Nur zu den Vorsorgeuntersuchungen. Und da musste ich immer erklären, dass ich nicht den Arzt gewechselt habe, sondern dass meine Kinder so selten krank sind. Bzw. ich meistens mit ätherischen Ölen und alten Hausmitteln die Erkältungen der Kleinen in den Griff bekommen habe.

So kennst du mich gar nicht. Beate auch nicht. Das ist auch lange her. Die Jungs sind schon groß. Und als die Süßmaus in den Kindergarten kam, zeitgleich mit unserem Umzug nach Süddeutschland, da hab ich diese Handgemachtlust irgendwie verloren.

Hin und wieder holt es mich ein. Da beginne ich wieder zu stricken. Aber soll ich dir was sagen: Die Filzhausschuhe, die ich zu Beginn der Pandemie begonnen habe sind immer noch nicht fertig.

Aber jetzt gerade, wo mein Mann ein bisschen auf das Pferd der Nachhaltigkeit aufgesprungen ist, da sprudelt meine ganze Kreativität und Lust aus mir raus. Das steckte ganz tief verborgen, aber klettert mit Schwung aus der Versenkung.

Kauft mein Mann diese Woche Bio-Haferkekse, weil er meint, hin und wieder bisschen was Süßes würde er schon gut finden. Und ich denk so: „Die krieg ich so viel leckerer hin.“ Bitte meine Mutter um ihre Haferkeksrezepte, kaufe die Zutaten in Bioqualität und zack, sind die Kekse fertig. Und wo ich schon dabei war, hab ich gleich noch Knäckebrot, Knuspermüsli und Salatsoße zubereitet.

Hier mal die Rezepte:

Haferkekse meiner Mutter

125 g Butter

150 g Zucker

1 Ei

90 g blütenzarte Haferflocken

80 g Mehl

80 g gehackte Mandeln

1 TL Backpulver

1 P. Vanillezucker

Butter, Zucker, Vanileezucker und Ei schaumig rühren, dann die anderen Zutaten unterheben. Mit dem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgeschlagenes Blech setzen und bei 170 Grad Umluft ca. 13 – 15 Minuten goldgelb backen. Die Masse verteile ich auf 4 Backbleche. Mach kleine Häufchen, der Teig zerläuft sehr stark.

Fazit meines Mannes: Um Welten besser als die gekauften.

 

Knäckebrot 

130 g Dinkel- oder Weizenvollkornmehl

130 g zarte Haferflocken

130 g gemischte Saaten (Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, Mohn….)

1 1/2 TL Salz

50 ml Öl

400 ml Wasser

Alle Zutaten miteinander vermischen, ca. 1 Stunden ruhen lassen. Auf zwei mit Backfolie ausgelegte Bleche streichen. 20 Minuten bei 150 Grad Umluft backen. Aus dem Ofen nehmen und mit einem Pizzaschneider in Stücke schneiden. Dann nochmals ca. 20 Minuten backen bis die Stücke gut trocken sind.

Achtung: Suchtgefahr

 

Salatsoße

250 ml Wasser

250 ml heller Essig

120 g Zucker/Honig/Birkenzucker

40 g Senf

300 g Joghurt

200 g Saure Sahne

40 g Salz

20 g Gemüsebrühe

250 ml Rapsöl

Alles miteinander vermengen. Ich friere die Salatsoße in Schraubgläsern ein. Dafür aber die Gläser nicht ganz voll machen, sonst platzen sie.

Die habe ich immer auf Vorrat

 

Heikes Knuspermüsli

500 g kernige Haferflocken

200 g gestiftelte Mandeln

50 g Sesam

50 g gehackte Haselnüsse

90 g brauner Zucker

100 ml Öl

300 ml Wasser

Die Zutaten gut miteinander vermengen, auf ein Backblech geben und bei ca. 160 Grad Umluft ca. 40 Minuten backen. Dabei immer mal wieder das Müsli verrühren. So lange backen, bis alles trocken ist.

Das Müsli ist kein Basismüsli, von dem du 40 g zum Frühstück isst. Dafür ist es zu gehaltvoll. Aber gerne 1 EL als Topping. Schmeckt auch sehr gut in Naturjoghurt. Du kannst die Menge der Nüsse/Mandeln auch variieren. Also mehr Haselnüsse als Mandeln – das ist egal. 

 

Übrigens eigenen sich all die Dinge auch zum Verschenken.

hm

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