Wir starten eine Bewegung
Seit 32 Jahren kommen wir nach Sardinien. Seit 30 Jahren haben wir hier unser eigenes Haus und inzwischen verbringen wir ungefähr die Hälfte des Jahres auf der Insel. Wir lieben das Leben hier. Besonders die Gemeinschaft mit unseren Nachbarn. Wir sind inzwischen richtig gut integriert, feiern Geburtstage zusammen, treffen uns zum Essen und sitzen manchmal einfach mit der ganzen Straße an einer langen Tafel. Ich liebe das.
Was mir allerdings schon lange auffällt, ist der enorme Plastikverbrauch. Gerade bei Festen wird hier unglaublich viel Einweggeschirr verwendet. Und wenn es mehrere Gänge gibt, wird nach jedem Gang der Plastikteller weggeworfen und ein neuer hingestellt. Ich muss gestehen, dass wir das früher auch gemacht haben. Als unsere Kinder noch klein waren und wir viele Gäste hatten, war das einfach praktisch. Irgendwann haben wir uns allerdings entschieden, wieder unser normales Porzellangeschirr zu benutzen. Auch wenn hinterher mehr gespült werden muss.
Bei unseren sardischen Straßenfesten habe ich deshalb irgendwann angefangen, zumindest mein eigenes Besteck mitzubringen. Ich esse einfach auch nicht gerne mit Plastikmesser und Plastikgabel. Im Mai habe ich dann mal vorsichtig angeregt, ob wir uns nicht gemeinsam wiederverwendbares Geschirr anschaffen könnten. Schließlich feiern wir ja regelmäßig zusammen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Wer soll das alles abwaschen? Und wo soll man das Geschirr aufbewahren? Mhm, verstehe ich zwar, aber ich bin drangeblieben…. hab einfach mein eigenes Campinggeschirr mitgebracht. Und da hat C. mich doch tatsächlich angesprochen, sie würde das eigentlich cool finden, ob ich ihr nicht auch mal solche Teller mitbringen könnte. Natürlich hat mich das gefreut 🙂
Beim nächsten Fest hab ich dann angeboten, einfach selbst 20 oder 30 Teller und Besteck zu besorgen. Auf meine Kosten. Und ich würde das Geschirr hinterher auch abwaschen. Wir kamen ins Gespräch, plötzlich fanden sie die Idee gar nicht mehr so blöd und hatten sich sogar selbst schon Gedanken drüber gemacht. P. meinte dann: „Wir haben noch Geld vom letzten Straßenfest. Du musst das nicht bezahlen, wir können das davon kaufen. Wie genial ist das denn Bitteschön???
Und so habe wir jetzt tatsächlich beschlossen, gemeinsam 40 bis 50 wiederverwendbare Geschirrsets anzuschaffen. Und Tischdecken. Das freut mich einfach. Natürlich wäre Porzellan noch nachhaltiger, aber weil wir oft an unterschiedlichen Orten feiern und das Geschirr auch transportieren und lagern müssen, ist Campinggeschirr für uns ein guter Kompromiss. Und wer weiß, vielleicht ist unsere Straße jetzt Vorbild für viele andere an, und wir starten eine Bewegung hier auf der Insel 😉
hm
Vorbild sein. Ohne viele Worte.
Seit 32 Jahren kommen wir nach Sardinien. Seit 30 Jahren haben wir hier unser eigenes Haus und inzwischen verbringen wir ungefähr die Hälfte des Jahres auf dieser wunderschönen Insel.
Wir lieben das Leben hier. Besonders die Gemeinschaft mit unseren Nachbarn. Wir sind inzwischen richtig gut integriert, feiern Geburtstage zusammen, treffen uns zum Essen und sitzen manchmal einfach mit der ganzen Straße an einer langen Tafel. Ich liebe das.
Was mir allerdings schon lange auffällt, ist der enorme Plastikverbrauch. Gerade bei Festen wird hier unglaublich viel Einweggeschirr verwendet. Und wenn es mehrere Gänge gibt, wird nach jedem Gang der Plastikteller weggeworfen und ein neuer hingestellt.
Ich muss gestehen, dass wir das früher auch gemacht haben. Als unsere Kinder noch klein waren und wir viele Gäste hatten, war das einfach praktisch. Irgendwann haben wir uns allerdings entschieden, wieder unser normales Porzellangeschirr zu benutzen. Auch wenn hinterher mehr gespült werden muss.
Bei unseren sardischen Straßenfesten habe ich deshalb irgendwann angefangen, zumindest mein eigenes Besteck mitzubringen. Ich esse einfach auch nicht gerne mit Plastikmesser und Plastikgabel.
Im Mai habe ich dann mal vorsichtig angeregt, ob wir uns nicht gemeinsam wiederverwendbares Geschirr anschaffen könnten. Schließlich feiern wir ja regelmäßig zusammen.
Die Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen. Wer soll das alles abwaschen? Und wo soll man das Geschirr aufbewahren?
Ich konnte die Einwände durchaus verstehen.
Also habe ich einfach weiter mein eigenes Besteck mitgebracht. Und als wir an Ferragosto, dem italienischen Feiertag am 15. August, gemeinsam unterwegs waren, hatte ich sogar meinen eigenen Teller dabei. Aus unserem Campinggeschirr, das wir sowieso im California haben.
Irgendwann kamen wir wieder ins Gespräch. Eine Nachbarin meinte sogar, ich könnte ihr beim nächsten Mal auch so einen Teller mitbringen.
Und bei einem unserer letzten Feste habe ich dann angeboten, einfach selbst 20 oder 30 Teller und Besteck zu besorgen. Auf meine Kosten. Und ich würde das Geschirr hinterher auch abwaschen.
Plötzlich war die Idee gar nicht mehr so schlecht. 😉
Eine Nachbarin erinnerte sich daran, dass vom letzten Straßenfest sogar noch Geld übrig war. Das könnten wir doch dafür verwenden.
Und jetzt haben wir Frauen tatsächlich beschlossen, gemeinsam 40 bis 50 wiederverwendbare Geschirrsets anzuschaffen. Ab nächstem Jahr sollen sie bei unseren Festen zum Einsatz kommen.
Ich freue mich riesig darüber.
Natürlich wäre Porzellan noch schöner. Aber weil wir oft an unterschiedlichen Orten feiern und das Geschirr auch transportieren und lagern müssen, ist Campinggeschirr für uns ein guter Kompromiss.
Und dann gab es vor Kurzem noch ein zweites Erlebnis.
Ich war mit zwei sardischen Freundinnen ein Wochenende in unserem California unterwegs. In Italien ist es ja üblich, morgens einen Kaffee zu trinken und etwas Süßes dazu zu essen. Kekse oder ein Cornetto zum Beispiel.
Ich esse morgens meistens mein Müsli. Also hatte ich mir das natürlich mitgebracht.
Meine Freundinnen haben probiert und wir kamen ins Gespräch. Ich habe ein bisschen erzählt, warum ich so gerne Haferflocken esse. Wegen der Ballaststoffe, besonders der Beta-Glucane, und weil die Kombination mit Joghurt und Obst einfach eine richtig gute Mahlzeit ist, die lange satt macht.
Eine Woche später bekam ich von einer der beiden ein Foto.
Darauf zu sehen: ihr Frühstück. Ein Teller mit Müsli.
Dazu schrieb sie: „Ich höre auf dich.“
Ach, wie habe ich mich gefreut!
Diese beiden Erlebnisse haben mich noch einmal darüber nachdenken lassen, wie viel wir eigentlich bewirken können, einfach durch das, was wir selbst tun.
Wir müssen andere nicht ständig von unseren Überzeugungen überzeugen. Wir müssen auch nicht alles kommentieren oder ihnen erklären, was sie anders machen sollten.
Manchmal reicht es, einfach etwas vorzuleben.
Sein eigenes Besteck mitzubringen. Sein Müsli zu essen. Eine Idee in den Raum zu stellen. Und auch dann dranzubleiben, wenn die anderen zunächst skeptisch sind.
Vielleicht braucht es einfach manchmal ein bisschen Zeit, bis aus einer Anregung eine Veränderung wird.
Und natürlich geht es dabei um viel mehr als Plastikgeschirr oder Haferflocken.
Es geht darum, wie wir leben, wie wir miteinander umgehen, welche Werte uns wichtig sind und was andere davon mitbekommen.
Wir sind alle Vorbilder. Ob wir wollen oder nicht.
Und manchmal merken wir gar nicht, dass jemand hinschaut und sich von uns inspirieren lässt.
Vielleicht ist das sogar die schönste Art, etwas zu verändern.
Einfach anfangen. Und andere mitnehmen, ohne sie zu drängen.. Ohne viele Worte.
Seit 32 Jahren kommen wir nach Sardinien. Seit 30 Jahren haben wir hier unser eigenes Haus und inzwischen verbringen wir ungefähr die Hälfte des Jahres auf dieser wunderschönen Insel.
Wir lieben das Leben hier. Besonders die Gemeinschaft mit unseren Nachbarn. Wir sind inzwischen richtig gut integriert, feiern Geburtstage zusammen, treffen uns zum Essen und sitzen manchmal einfach mit der ganzen Straße an einer langen Tafel. Ich liebe das.
Was mir allerdings schon lange auffällt, ist der enorme Plastikverbrauch. Gerade bei Festen wird hier unglaublich viel Einweggeschirr verwendet. Und wenn es mehrere Gänge gibt, wird nach jedem Gang der Plastikteller weggeworfen und ein neuer hingestellt.
Ich muss gestehen, dass wir das früher auch gemacht haben. Als unsere Kinder noch klein waren und wir viele Gäste hatten, war das einfach praktisch. Irgendwann haben wir uns allerdings entschieden, wieder unser normales Porzellangeschirr zu benutzen. Auch wenn hinterher mehr gespült werden muss.
Bei unseren sardischen Straßenfesten habe ich deshalb irgendwann angefangen, zumindest mein eigenes Besteck mitzubringen. Ich esse einfach auch nicht gerne mit Plastikmesser und Plastikgabel.
Im Mai habe ich dann mal vorsichtig angeregt, ob wir uns nicht gemeinsam wiederverwendbares Geschirr anschaffen könnten. Schließlich feiern wir ja regelmäßig zusammen.
Die Begeisterung hielt sich zunächst in Grenzen. Wer soll das alles abwaschen? Und wo soll man das Geschirr aufbewahren?
Ich konnte die Einwände durchaus verstehen.
Also habe ich einfach weiter mein eigenes Besteck mitgebracht. Und als wir an Ferragosto, dem italienischen Feiertag am 15. August, gemeinsam unterwegs waren, hatte ich sogar meinen eigenen Teller dabei. Aus unserem Campinggeschirr, das wir sowieso im California haben.
Irgendwann kamen wir wieder ins Gespräch. Eine Nachbarin meinte sogar, ich könnte ihr beim nächsten Mal auch so einen Teller mitbringen.
Und bei einem unserer letzten Feste habe ich dann angeboten, einfach selbst 20 oder 30 Teller und Besteck zu besorgen. Auf meine Kosten. Und ich würde das Geschirr hinterher auch abwaschen.
Plötzlich war die Idee gar nicht mehr so schlecht. 😉
Eine Nachbarin erinnerte sich daran, dass vom letzten Straßenfest sogar noch Geld übrig war. Das könnten wir doch dafür verwenden.
Und jetzt haben wir Frauen tatsächlich beschlossen, gemeinsam 40 bis 50 wiederverwendbare Geschirrsets anzuschaffen. Ab nächstem Jahr sollen sie bei unseren Festen zum Einsatz kommen.
Ich freue mich riesig darüber.
Natürlich wäre Porzellan noch schöner. Aber weil wir oft an unterschiedlichen Orten feiern und das Geschirr auch transportieren und lagern müssen, ist Campinggeschirr für uns ein guter Kompromiss.
Und dann gab es vor Kurzem noch ein zweites Erlebnis.
Ich war mit zwei sardischen Freundinnen ein Wochenende in unserem California unterwegs. In Italien ist es ja üblich, morgens einen Kaffee zu trinken und etwas Süßes dazu zu essen. Kekse oder ein Cornetto zum Beispiel.
Ich esse morgens meistens mein Müsli. Also hatte ich mir das natürlich mitgebracht.
Meine Freundinnen haben probiert und wir kamen ins Gespräch. Ich habe ein bisschen erzählt, warum ich so gerne Haferflocken esse. Wegen der Ballaststoffe, besonders der Beta-Glucane, und weil die Kombination mit Joghurt und Obst einfach eine richtig gute Mahlzeit ist, die lange satt macht.
Eine Woche später bekam ich von einer der beiden ein Foto.
Darauf zu sehen: ihr Frühstück. Ein Teller mit Müsli.
Dazu schrieb sie: „Ich höre auf dich.“
Ach, wie habe ich mich gefreut!
Diese beiden Erlebnisse haben mich noch einmal darüber nachdenken lassen, wie viel wir eigentlich bewirken können, einfach durch das, was wir selbst tun.
Wir müssen andere nicht ständig von unseren Überzeugungen überzeugen. Wir müssen auch nicht alles kommentieren oder ihnen erklären, was sie anders machen sollten.
Manchmal reicht es, einfach etwas vorzuleben.
Sein eigenes Besteck mitzubringen. Sein Müsli zu essen. Eine Idee in den Raum zu stellen. Und auch dann dranzubleiben, wenn die anderen zunächst skeptisch sind.
Vielleicht braucht es einfach manchmal ein bisschen Zeit, bis aus einer Anregung eine Veränderung wird.
Und natürlich geht es dabei um viel mehr als Plastikgeschirr oder Haferflocken.
Es geht darum, wie wir leben, wie wir miteinander umgehen, welche Werte uns wichtig sind und was andere davon mitbekommen.
Wir sind alle Vorbilder. Ob wir wollen oder nicht.
Und manchmal merken wir gar nicht, dass jemand hinschaut und sich von uns inspirieren lässt.
Vielleicht ist das sogar die schönste Art, etwas zu verändern.
Einfach anfangen. Und andere mitnehmen, ohne sie zu drängen.