Zwischen Wäschebergen und Gottvertrauen

Da scrolle ich durch Instagram und entdecke plötzlich meine eigenen Worte. Die Zeitschrift Lydia hat einen Satz von mir als „Zitat der Woche“ veröffentlicht. Ich bin dann immer kurz überrascht und freue mich natürlich darüber.

Screenshot

Unter dem Beitrag entstand ein Austausch mit zwei Frauen. Eine schrieb, dass ständig etwas dazwischenkommt, sobald sie sich eine Pause gönnen möchte. Die andere fragte sinngemäß: Wie soll das gehen, wenn meine Aufgaben sonst niemand erledigt? Sie ist seit vielen Jahren alleinerziehend und arbeitet im Schichtdienst. Da hängt tatsächlich vieles an ihr.

Ich kann diese Frage gut verstehen. Der Alltag lässt sich schließlich selten einfach anhalten. Kinder brauchen uns, die Arbeit wartet, der Kühlschrank ist leer und irgendwo liegt garantiert noch ein Stapel Wäsche. Manche kümmern sich außerdem um Angehörige oder machen sich Sorgen um ihre erwachsenen Kinder. Es gibt so viele Aufgaben, die Kraft kosten und die von außen kaum jemand sieht. Wie passt dieser Zuspruch da hinein?

Für mich steckt darin die Einladung, mit all dem erst einmal zu Gott zu kommen. So, wie ich gerade bin. Mit dem vollen Kopf und der langen Liste. Ich darf mich hinsetzen, durchatmen und sagen: „Gott, du siehst, was heute alles ansteht. Hilf mir zu erkennen, was jetzt dran ist.“

Ich kenne das von mir: Während ich eine Sache erledige, bin ich gedanklich schon bei den nächsten drei. Dazu kommen die Dinge, für die ich mich ganz selbstverständlich zuständig fühle. Da arbeite ich innerlich oft weiter, obwohl ich äußerlich längst Pause habe.

Deshalb finde ich die Frage hilfreich: Was muss eigentlich? Und woher kommt dieses „ICH muss“? Manches gehört zu meiner Verantwortung. Anderes habe ich irgendwann übernommen und seitdem kaum noch hinterfragt. Vielleicht erwartet jemand etwas von mir. Vielleicht bin ich selbst diejenige, die die höchsten Ansprüche stellt. Meistens ist das so 😉 Das auseinanderzuhalten lohnt sich.

Natürlich sieht der Spielraum bei jeder von uns anders aus. Wer allein Kinder großzieht oder Angehörige versorgt, hat andere Möglichkeiten als jemand, der sich die Aufgaben teilen kann. Na klar. Und dennoch: Vielleicht ergibt sich im Gespräch mit jemandem eine konkrete Hilfe. Vielleicht darf eine Aufgabe einfacher erledigt werden. Vielleicht braucht es eine klare Grenze, die längst überfällig ist.

Bei Gott zur Ruhe zu kommen bedeutet für mich auch, ihm die Sorgen anzuvertrauen, die mich beim Arbeiten, Einkaufen oder nachts im Bett begleiten. Gerade bei Menschen, die ich liebe, fällt mir das manchmal schwer. Ich möchte helfen, eine Lösung finden, am liebsten schon wissen, dass alles gut ausgeht. Und dann darf ich wieder üben, das, was ich gerade ohnehin kaum beeinflussen kann, in Gottes Hände zu legen.

Daran möchte ich mich von meinen eigenen Worten erinnern lassen. Auch mitten in einem vollen Tag darf ich kurz innehalten. Für ein Gebet, einen ruhigen Atemzug, einen Moment am offenen Fenster. Und ich darf mir eine richtige Pause zugestehen, während auf meiner Liste noch etwas offen ist. Es wird vermutlich auch morgen noch etwas zu tun geben. Meinen Kaffee darf ich heute trotzdem in Ruhe trinken.

hm

Ähnliche Beiträge

  • |

    Manchmal fällt mir nix ein

    Drei Anläufe zum Blogschreiben habe ich gerade genommen. Hatte einen langen Text geschrieben, dass es solche und solche Tage gibt. Und dass mein Tag heute nicht zu denen gehört, mit denen ich angeben könnte. Dass heute nix so gelaufen ist, wie ich das geplant hatte und zu viele Unvorhergesehenes und Kurzfristiges meinen Weg gekreuzt hatte. Dann hab ich alles wieder gelöscht, weil ich dachte, dass interessiert jetzt nun wirklich keinen. Und motiviert auch niemanden. Dann hab ich über die Vorzüge des Februars geschrieben. Weil er meistens, so wie der November ein bisschen stiefmütterlich behandelt wird. Hab geschrieben, dass Februar schon ein bisschen das Gefühl gibt, dass der Winter bald vorbei ist, und dass es der Monat vor dem Frühlingsbeginn ist. Dass man im Februar noch…

  • Lebe leichter Club

    So oft sind wir gefragt worden, ob es nach einem Lebe leichter Kurs weitere monatliche Unterstützung geben könnte. Jetzt ist es soweit – Lebe leichter entwickelt sich weiter:  Ab April starten wir, die Gründerinnen von Lebe leichter mit einem Pilotprojekt, dem Lebe leichter Club. Was ist der Lebe leichter Club? Der Lebe leichter Club ist dein neuer monatlicher Online-Treffpunkt, der dich auf deinem Weg zu einem gesünderen und leichteren Lebensstil begleitet. Einmal monatlich treffen wir uns für ca. 40 Minuten in einem Zoommeeting. Was erwartet dich im Lebe leichter-Club? Saisonale Rezepte entdecken: Jeden Monat präsentieren wir dir ein sorgfältig ausgewähltes Rezept, das nicht nur lecker, sondern auch leicht zuzubereiten ist. Gemeinsam besprechen wir die Zubereitungsschritte, tauschen Tipps aus und fördern so deine Freude am gesunden Kochen….

  • Feste, Feiern und dazwischen

    Wie sich die Feste am Ende des Jahres stapeln ist für mich jedes Jahr immer wieder ein Phänomen. Donnerstag der absolut ausgelassene, lustige und dennoch emotionale Abschluss des Body Spirit Soul Kurs mit 10 wundervollen Frauen. Mitten im Gespräch viel mir dann ein, dass ich ein Foto für Instagram machen könnte. Und das ist mal wieder so typisch für mich. Ich fotografiere einfach wild drauf los, will eher die Stimmung einfangen, als auf solche „Kleinigkeiten“ wie leergegessene Teller oder Schüsseln zu achten. So richtige Profis würden solche Fotos ja wohl nie veröffentlichen, aber kannst du die Stimmung ein bisschen spüren? Gestern dann gleich weitergefeiert bei der Weihnachtsfeier unserer Gemeinde, mit vorheriger Session in unserem Bad. Da war eine Profi-Instagramerin am Werk – merkste gleich den…

  • Lernen und Lehren

    Ich kann es kaum fassen. Alle meine Projekte liegen hinter mir. Der letzte Monat hatte es schon ganz schön in sich: 14. und 15.09. – Unterricht im Monbachtal an der Schule für christliche Naturheilkunde (SCN) 16.09. – Start meiner drei Lebe leichter Kurse 20.09. Zwischenprüfung (SCN) – davor jeden Tag lernen 😉 20.09.-22.09. Online- Unterricht an der SCN 28.09. – Auffrischungstag Lebe leichter – für den ich einen Vortrag vorbereitet habe 04.-05.10. an der SCN unterrichtet und das Skript (62 Seiten) vorher komplett neu geschrieben Gestern nochmal das Skript überarbeitet und zusammen mit den Hausaufgaben abgegeben. Tja, und jetzt bin ich echt fertig. Wie mega cool ist das denn? Und zufrieden bin ich auch. Denn alles rund um die SCN ist nicht nur sehr lehrreich…

  • Party im Darm

    Da bin ich nun seit 21 Jahren Fachfrau für Ernährungs- und Gewichtsmanagement, seit 9 Jahren gibt es Lebe leichter, ich versuche seit Jahren meine Familie für gesunde Ernährung und Bewegung zu motivieren, und jetzt, nachdem die Süßmaus den Body Spirit Soul Kurs mitmacht, entwickelt sie ein Interesse dafür. Es gab immer mal wieder die ein oder andere Phase, bei dem sie sich für unser Lebe leichter Programm interessierte, aber meistens von kurzer Dauer. „Mama, ich fühle mich gerade nicht so wohl, und meine Freundin, die ist gerade so gut am Abnehmen, und die hat mit ihrer Mutter so einen Deal gemacht, und die motivieren sich gegenseitig. Meinst du, wir könnten das auch machen?“ Musik in meinen Ohren. Und so isst die Süßmaus seit drei Wochen…