Seit wann haben wir eigentlich Angst vor Obst?

Manchmal frage ich mich, wann das eigentlich angefangen hat.

Wann haben wir aufgehört, einfach einen Apfel, eine Handvoll Beeren oder ein Stück Melone zu essen, ohne vorher darüber nachzudenken, ob der Fruchtzucker vielleicht unserer Leber schadet oder ob das Obst „zu viele Kohlenhydrate“ hat und wir dann nicht abnehmen.

Ganz ehrlich? Ich finde das schade.

Natürlich enthält Obst Fruchtzucker. Aber Obst besteht eben nicht nur aus Zucker. Es liefert Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und viele sekundäre Pflanzenstoffe. Die Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass der Zucker viel langsamer aufgenommen wird als bei Süßigkeiten oder Softdrinks. Und klar, wenn du abnehmen möchtest, solltest du das empfohlene Drittel auf deinem Teller eher mit Gemüse füllen. Aber zum Müsli darfst du doch eine normale Portion Obst essen.

Immer wieder höre und lese ich: „Aber Fruchtzucker macht doch eine Fettleber.“

Ich sag dir was: Solche Aussagen sind echte Panikmache. Die wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Fruchtzucker und einer Fettleber zeigen, beziehen sich vor allem auf große Mengen isolierter Fruktose, zum Beispiel aus gesüßten Getränken oder stark verarbeiteten Lebensmitteln. Das hat mit einer Schüssel Erdbeeren oder einem Apfel herzlich wenig zu tun.

Ich habe manchmal das Gefühl, wir führen die falschen Diskussionen.

Menschen machen sich Sorgen über eine Banane im Müsli, essen aber später am Abend heimlich eine Tafel Schokolade, weil sie den ganzen Tag versucht haben, möglichst „perfekt“ zu essen.

Ich glaube, genau das ist das eigentliche Problem.

Ich esse fast jeden Morgen eine gute Handvoll Obst in meinem Müsli. Meistens bunt gemischt. Gerne Beeren, aber auch mal ein Stück Mango oder ein halber Apfel. Ich mag die Vielfalt. Im Sommer kommt oft noch ein großes Stück Wassermelone dazu. Nach dem Mittagessen oder vor dem Abendessen. Und manchmal auch mittags UND abends 😉 Und nein, ich habe dabei kein schlechtes Gewissen. Warum auch?

Obst gehört seit der Schöpfung zu unserer Ernährung. 1. Mose 1, 29: „Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.“ Obst macht satt, schmeckt gut und versorgt unseren Körper mit vielen wertvollen Nährstoffen.

Und jetzt kommt mein großes ABER: Natürlich gilt auch hier das normale Maß. Niemand muss täglich ein Kilo Weintrauben essen. Aber das gilt letztlich für fast alle Lebensmittel.

Ich wünsche mir, dass wir wieder lernen, Lebensmitteln entspannter zu begegnen. Dass wir nicht vor jedem Apfel Angst haben, dass die Banane nicht unser Feind ist.

Wenn du gerne Obst isst, dann iss dein Obst.

Mit Maß. Mit Genuss. Ohne schlechtes Gewissen. Und ohne Angst, dass dich die Handvoll Beeren oder das Stück Melone krank oder dick macht.

Manchmal ist gesunder Menschenverstand die beste Ernährungsstrategie.

hm

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    Friedrich Merz hat vor einer Weile über die Lebensarbeitszeit gesprochen und sinngemäß gesagt: Viel wichtiger, ob man mit 67 oder 68 Jahren in die Rente gehen kann ist die Frage, wie lange hat jemand gearbeitet. Wer mit 16 eine Ausbildung beginnt und dann 45 Jahre am Stück arbeitet, der hat ziemlich viel geschafft. Wer später anfängt zu arbeiten und entsprechend weniger Jahre zusammenbekommt, eben weniger. Und kann dann auch erst später in Rente gehen.

    Hä??? Was heißt denn eigentlich „viel geschafft“?
    Ich habe vier Kinder geboren. Wir haben außerdem ein Pflegekind im Alter von anderthalb Jahren bei uns aufgenommen. Meine Kinder zahlen alle in die Rentenversicherung ein. Ich habe mich als junge Mutter bewusst entschieden zu Hause zu bleiben, war viele Jahre für die Kinder da, habe Haushalt gemacht, gekocht, gewaschen, getröstet, Hausaufgaben begleitet, nachts an Betten gesessen und dazu noch nebenbei gearbeitet, damit das Geld reicht. Nur eben nicht 45 Jahre lang Vollzeit und lückenlos in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

    Und deshalb habe ich weniger geschafft???

    Ja ok, Kindererziehungszeiten werden bei der Rente berücksichtigt. Das ist gut und richtig. Und natürlich bin ich dafür auch dankbar. Trotzdem passt mein Lebenslauf nicht in dieses schöne Modell: Mit 16 anfangen, 45 Jahre durcharbeiten und dann darfst du früher gehen.
    Und ich kenne viele Frauen meiner Generation, bei denen das genauso ist.
    Wir haben Kinder großgezogen. Manche haben Eltern gepflegt. Viele sind jahrelang beruflich kürzergetreten, weil irgendjemand nun einmal zu Hause sein musste. Und häufig waren wir dieser Irgendjemand. Dazu kommt noch das Ehrenamt.
    Das alles war auch Arbeit. Nur stand auf der Abrechnung am Monatsende eine ziemlich überschaubare Summe. Meistens nämlich gar keine.

    Und jetzt wird darüber diskutiert, ob wir vielleicht noch länger arbeiten müssen. Also, ich arbeite gerne ein bisschen länger, aber auf den Rentenanspruch ab 67 verzichten, mhm…..

    Und wenn ich mich jetzt schonmal politisch auslasse, das kommt ja nicht oft vor, aber gerade beschäftigt mich so einiges, dann lass uns doch mal über den Haushalt sprechen. Ich führe übrigens seit vielen Jahren ein Haushaltsbuch.
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    hm