Duft am frühen Morgen

Jeden Morgen, wenn ich meine Strecke laufe, komme ich sechs mal an einer Strandbar vorbei, an der mir der Duft von herrlich frisch gebackenen süßen Hörnchen in die Nase weht.

Seit 25 Jahren machen wir jetzt auf Sardinien Urlaub, aber noch nie, habe ich hier ein traditionelles Frühstück gegessen. Bei mir gibt’s morgens nach dem Laufen zwei Stück Obst, mittags Brötchen mit Ricotta, Tomate, Gurke, Zwiebel etc. und abends koche ich.

Die Auswahl der Rezepte sind simpel und wiederholen sich jedes Jahr:

  • Gnoccis mit Tomate und Knoblauch mit Salat
  • Ricottaravioli mit Tomatensoße mit Salat
  • panierte Schnitzel mit Salat
  • Nudeln mit Bolognese mit Salat
  • Salsicccia mit Salat
  • gegrilltes Spanferkel mit Salat (das macht mein Mann)
  • Rinderschnitzel mit Salat
  • Garnelen mit Salat
  • Risotto mit Meeresfrüchten mit Salat
  • gebratener Fisch(den mein Mann geangelt hat) mit Salat
  • Gedünsteter Fisch in der Folie mit Salat

Da gibt es dann immer einen Teller voll und wenn ich das mit dem Alkohol, dem Pecorino und der Salsiccia hier nicht übertreibe, halt ich mein Gewicht. Kommt eher selten vor, dass ich im Urlaub zunehme.

Ikea hat übrigens gestern um kurz vor 18:00 Uhr (nachdem wir von 14:00 Uhr an gewartet haben) angerufen, sie würden es heute nicht mehr schaffen, sie kommen irgendwann die Woche………….

Na dann…….

hm

 

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    Aber ich hätte schon gerne die Wahl.
    Aber jetzt gerade wird wieder darüber diskutiert, ob wir in Zukunft vielleicht noch länger arbeiten sollen. Ob es nun wirklich 68 wird oder ganz anders kommt, weiß natürlich noch niemand. Aber ich werde hellhörig.

    Friedrich Merz hat vor einer Weile über die Lebensarbeitszeit gesprochen und sinngemäß gesagt: Viel wichtiger, ob man mit 67 oder 68 Jahren in die Rente gehen kann ist die Frage, wie lange hat jemand gearbeitet. Wer mit 16 eine Ausbildung beginnt und dann 45 Jahre am Stück arbeitet, der hat ziemlich viel geschafft. Wer später anfängt zu arbeiten und entsprechend weniger Jahre zusammenbekommt, eben weniger. Und kann dann auch erst später in Rente gehen.

    Hä??? Was heißt denn eigentlich „viel geschafft“?
    Ich habe vier Kinder geboren. Wir haben außerdem ein Pflegekind im Alter von anderthalb Jahren bei uns aufgenommen. Meine Kinder zahlen alle in die Rentenversicherung ein. Ich habe mich als junge Mutter bewusst entschieden zu Hause zu bleiben, war viele Jahre für die Kinder da, habe Haushalt gemacht, gekocht, gewaschen, getröstet, Hausaufgaben begleitet, nachts an Betten gesessen und dazu noch nebenbei gearbeitet, damit das Geld reicht. Nur eben nicht 45 Jahre lang Vollzeit und lückenlos in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

    Und deshalb habe ich weniger geschafft???

    Ja ok, Kindererziehungszeiten werden bei der Rente berücksichtigt. Das ist gut und richtig. Und natürlich bin ich dafür auch dankbar. Trotzdem passt mein Lebenslauf nicht in dieses schöne Modell: Mit 16 anfangen, 45 Jahre durcharbeiten und dann darfst du früher gehen.
    Und ich kenne viele Frauen meiner Generation, bei denen das genauso ist.
    Wir haben Kinder großgezogen. Manche haben Eltern gepflegt. Viele sind jahrelang beruflich kürzergetreten, weil irgendjemand nun einmal zu Hause sein musste. Und häufig waren wir dieser Irgendjemand. Dazu kommt noch das Ehrenamt.
    Das alles war auch Arbeit. Nur stand auf der Abrechnung am Monatsende eine ziemlich überschaubare Summe. Meistens nämlich gar keine.

    Und jetzt wird darüber diskutiert, ob wir vielleicht noch länger arbeiten müssen. Also, ich arbeite gerne ein bisschen länger, aber auf den Rentenanspruch ab 67 verzichten, mhm…..

    Und wenn ich mich jetzt schonmal politisch auslasse, das kommt ja nicht oft vor, aber gerade beschäftigt mich so einiges, dann lass uns doch mal über den Haushalt sprechen. Ich führe übrigens seit vielen Jahren ein Haushaltsbuch.
    Ich bin mit einem ziemlich einfachen Prinzip groß geworden, und genau so habe ich meine Kinder erzogen: Ich kann auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als ich habe.
    Natürlich kann ich einen Kredit aufnehmen. Für ein Haus zum Beispiel. Oder für etwas, das eine Investition in die Zukunft ist. Dann überlege ich aber vorher, ob ich mir das leisten kann und wie ich das Ganze wieder zurückzahle.
    Wenn ich mich dabei völlig verkalkuliere, muss ich die Konsequenzen tragen.
    So funktioniert es bei uns allen.
    Und deshalb verstehe ich zunehmend weniger, warum bei unserem Staat manchmal der Eindruck entsteht, als würden komplett andere Regeln gelten.
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    Vielleicht wünsche ich mir inzwischen gar nicht so viel.
    Frieden wäre schön. Freiheit auch. Und Gerechtigkeit. Ein Staat, der vernünftig mit unserem Geld umgeht. Eine Gesellschaft, in der Familienarbeit genauso als Lebensleistung gesehen wird wie 45 Jahre Erwerbsarbeit. Wo Familien gestärkt werden. Wo wir unsere christlichen Werte leben und zeigen können. Und Menschen, die miteinander reden können, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind.
    Okay. Vielleicht ist das doch ziemlich viel. Aber wünschen darf man ja noch.

    hm

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